- Interstellar
- Christopher Nolan
- Science Fiction
- USA, 2014
- Warner Bros
- 169 Minuten
- ab 16 Jahren
- 06.11.2014
- Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Jessica Chastain, Casey Affleck, Michael Caine, John Lithgow, Ellen Burstyn, Matt Damon
Starke Stars in hypnotischen Welten
Gerade natürlich im Weltall ist „Interstellar“ besonders beeindruckend. Die traumhaft schönen Sternenbilder, Wurmlöcher und weiteres beweisen, was man mit CGI alles erreichen kann. Nicht nur wegen der fesselnden Weltraum-Bilder und dem gewohnt bombastischen Hans Zimmer-Score werden hier öfters Erinnerungen an den Stanley Kubrick-Klassiker „2001: Odyssee im Weltraum“ geweckt. Nolan schafft es aber, dem ganzen Geschehen, das teilweise einiges vom Zuschauer abverlangt, eine eigene, moderne, streckenweise schon beinahe philosophische Note zu verleihen. Gegen Ende wünscht man sich als Zuschauer fast, dass der Film noch etwas länger dauert, da einige Handlungspunkte doch sehr schnell zusammengeführt werden und sich das ansonsten starke Drehbuch (von Christopher und Jonathan Nolan) kleine Stolperer leistet.
Wie zuletzt bei Nolan üblich, kann auch „Interstellar“ wieder mit einer tollen Starbesetzung aufwarten, die aber auch wieder einmal das gute Händchen des Regisseurs unter Beweis stellt. Nachdem noch einige etwas argwöhnisch geguckt hatten, als die Besetzung mit Matthew McConaughey in der Hauptrolle bekannt gegeben wurde, sind diese spätestens durch „True Detective“ und „Dallas Buyers Club“ eines besseren belehrt worden. Auch in dieser sehr emotionalen, charismatischen Rolle entpuppt sich McConaughey als ebenso großer Volltreffer wie Anne Hathaway als ehrgeizige Forscherin Amelia an seiner Seite. Auch bei der weiteren Besetzung muss man nur Namen wie Jessica Chastain („Mama“), Casey Affleck, Michael Caine, John Lithgow, Ellen Burstyn („Requiem for a dream“), Matt Damon („Elysium“) und Topher Grace („The Double“) nennen, um über das Niveau in diesem Film Bescheid zu wissen. An dieser Front stimmt eigentlich alles.
Geht man rein nach der Optik, ist „Interstellar“ auf jeden Fall der beste Film des Jahres. Die Welten von Christopher Nolan entfalten über die volle Spielzeit einen unvergleichlichen Sog. Die Erzählung ist zwar manchmal etwas sperrig, macht aber auch Freude, wenn man sich darauf einlässt. Es geht hauptsächlich um die letzte halbe Stunde, die wegen kleiner Fehler dem Film das Prädikat Meisterwerk abspenstig macht. Viel gefehlt hat Christopher Nolan bei seinem Griff nach den Sternen aber nicht.